Das grosse neue Abenteuer

New York City, 2021

Unser nächstes grosses Abenteuer

Die letzten Wochen waren… herausfordernd… emotional… stressig… bereichernd und einfach irgendwie alle Emotionen auf einmal. Aber lasst mich von vorne anfangen: 

Die Idee

Ich hatte etwa 4 Jahre unterrichtet, als Josh mit der Idee kam für eine Weile nach Amerika zu ziehen. Wie immer, wenn Josh eine lebensverändernde Idee aufbringt, begann ich zu weinen. Auch wenn diese Pläne und Gedanken für mich immer sehr herausfordernd sind, habe ich auch gerne Abenteuer, und so entschieden wir uns die Ideen umzusetzen. Ich wollte den Klassenzug aber noch beenden und so war der Startpunkt Mitte 2024 geplant.

Die Wahl der künftigen Heimat

Austin, Texas

Josh freute sich sehr darauf seine Stand-Up Karriere zu vertiefen und deshalb gab es für uns drei mögliche Städte: Los Angeles, Austin oder New York. Letzten Sommer entschieden wir uns Austin anzuschauen und zu sehen, ob die Stadt etwas wäre. Unabhängig voneinander waren wir nicht überzogen und so strichen wir Austin von der Liste. Zwischen LA und NYC bevorzugte ich klar New York, da es dort einen ÖV hat und man nicht stundenlang mit dem Auto im Stau steht. Im letzten Jahr begannen wir also zu planen:

New York City in der Nacht

Die Verwirrung

Joshua startete ein Programmier-Bootcamp für bessere Jobaussichten und beendete dieses erfolgreich! Ich kündigte meinen Job im März. (Ja, mega früh, aber als Lehrperson in der Schweiz kann man nur auf Ende Schuljahr kündigen!) Ich war sehr emotional dabei. Nicht nur war jetzt die finanzielle Sicherheit weg, aber ich musste auch einen Job verlassen, den ich sehr gerne hatte. Etwa einen Monat später bekam Josh ein Jobangebot von unserem Brazilian Jiu Jitsu Gym als Admin- und Community Support. Wir freuten uns so sehr, der Job passte perfekt zu Joshes Persönlichkeit, aber wir waren auch sehr verwirrt. Wollten wir nun immer noch in die USA gehen? Warum bekam Josh genau jetzt ein Angebot, obwohl wir schon seit 6 Jahren etwas suchten? Wir beteten in dieser Zeit viel um eine klare Antwort. Es war eine komische Zeit: Ich wusste nicht, ob ich einen neuen Job als Lehrerin in der Schweiz suchen musste und nicht zu wissen, wo wir in 4 Monaten leben würden, war stressig.

Die Entscheidung

 Im Juni begann es bei Joshes Arbeit etwas verwirrend zu werden. Er war nicht sicher, was genau seine Aufgaben waren und der plötzliche Wechsel der Arbeitszeiten war sehr schlecht vereinbar mit Comedy und Freunden. Dann wurde Josh gekündigt, weil das Gym nicht mehr genug Abonnenten hatte und sie Josh nicht mehr bezahlen konnten. Es war ein trauriges Ende von einer anfänglich so hoffnungsvollen Sache. Es war auch ein sehr klares Zeichen, dass wir wirklich in die USA gehen sollten. Wir hatten nun beide keinen Job mehr in der Schweiz und waren frei zu gehen. Es war nun sehr real und definitiv!

Die Vorbereitungen

Nun ging die Sache schnell voran: Wir entschieden uns Ende Oktober zu gehen. Dies würde uns genug Zeit verschaffen, einen Untermieter für die Wohnung zu finden. Ich wollte während dieser Zeit möglichst viele Stellvertretungen an Schulen übernehmen, um etwas Geld zu verdienen. Dies war schwieriger als gedacht – es scheint, als ob es sich bei den Schulleitern etwas herumsprechen muss, dass man Vikarin ist. Gegen Ende konnte ich dann aber trotzdem einige Jobs übernehmen, wofür wir sehr dankbar waren.

 Das Wunder der Untermiete

Einen Untermieter zu finden war kompliziert. Zuerst hatte eine ukrainische Familie unserer Kirche Interesse, aber nach einem Monat wurde ihnen gesagt, dass sie den Wohnort nicht wechseln dürfen. Nun hatten wir nur noch zwei Monate bis zu unserer Abreise und wir (vor allem ich) wurden langsam nervös. Wir beteten auch jetzt wieder viel. Eines Abends wollte Joshua aus der Wohnung treten, als er wieder zurückkam und verkündete, dass draussen einer da wäre, der unsere Wohnung besichtigen wolle. Währenddem er dies sagte, kamen mehr und mehr Leute hinzu. Wir hatten aber keinen Besichtigungstermin angegeben und waren verwirrt. Woher kamen alle diese Leute? Nach einigem hin und her, fanden wir heraus, dass unser Nachbar seine Wohnung auch verlassen wollte und alle Leute zu ihm wollten. Kurzentschlossen klebten wir ein Schild an unsere Türe, um Werbung für unsere Wohnung zu machen und so fanden wir unsere Untermieterin! Es war eine riesige Gebetserhörung für uns!

Die letzten drei Wochen

1 von 3 Paletten im Lager

Die letzten Wochen waren voll mit Organisieren, Freunde und Familie treffen, Packen und Putzen – ich erinnere mich gar nicht mehr an den letzten normalen Tag, den wir hatten. Das Packen war überwältigend. Wer bitte schön kann sich entscheiden, welche Sachen er auf eine 2-jährige «Reise» in zwei Koffern mitnehmen möchte?! Irgendwann entschieden wir uns irgendwie und den Rest lagerten wir in einem Lagerbereich in der Nähe von Luzern ein. Wir bekamen viel Hilfe von meiner Familie und Freunden beim Putzen. Der beste (und bittersüsse) Teil war es all unsere Freunde zu sehen. Wir fühlten uns schon immer von ihnen wertgeschätzt, aber zu sehen, wie viel sie in unsere Abschiedsbesuche und -partys investierten war wunderschön! Von tollen Abschiedsfesten bei der Arbeit zu fantastischen Essen, Prosecco und Ballonen zu einer ganzen Comedyshow mit Witzen über Josh von der Schweizer Englisch Comedy Szene – wir hatten alles! Wir fühlen uns so geliebt und wertgeschätzt und wir sind so, so, so dankbar, dass ihr unsere Freunde seid!

Die Zukunftspläne

San Francisco von Oben

Momentan sitze ich gerade im 12-stündigen Flug nach San Francisco und vertreibe mir die Zeit mit dem Schreiben dieses Posts und teile die groben Pläne mit euch. Wir werden einen Monat inklusive Thanksgiving in Kalifornien mit Joshes Familie und Freunden verbringen. In der Zeit werde ich die hoffentlich richtigen Visa beantragen und Josh begibt sich auf die Jobsuche für New York. Wir beten dafür, dass er etwas für den Start im Dezember findet, damit wir rüberfliegen und eine Wohnung suchen können. Josh freut sich darauf an seiner Comedykarriere zu arbeiten und ich? Momentan freue ich mich gerade darauf den nebligen Schweizer November gegen die Kalifornische Sonne zu tauschen. Im Dezember freue ich mich auf Weihnachten in New York!!! Wahrscheinlich muss ich ziemlich lange auf mein Arbeitsvisa/Green Card warten. Wenn ich dann endlich arbeiten darf, würde ich gerne etwas ganz Neues lernen und in einem Blumenladen arbeiten, aber ich könnte mir auch vorstellen zu unterrichten. Ich freue mich darauf zu sehen, wohin uns die zwei Jahre führen werden, und in der Zwischenzeit könnt ihr wahrscheinlich einige Blogposts hier lesen. Ich konnte in dieser letzten Zeit schon so viele Dinge lernen. Ich dachte, ich könnte nie die Schweiz für so lange verlassen und mich von meiner Familie verabschieden. Ich dachte, dass ich nie Stellvertretungen übernehmen würde, und an jedem Tag irgendwo anders arbeiten würde und trotzdem habe ich es gemacht! Ich lernte so viel über Untermietverträge und den ganzen administrativen Kram, der mit einem Umzug verbunden ist. Ich bin gespannt zu sehen, wo ich sonst in den zwei Jahren noch wachsen darf – hoffen wir es ist nicht der Körperumfang! Pommes und Burger – ich komme!

Sonnenuntergang in Santa Cruz mit Leuchtturm, Delfin und Sonne